Keptinis

Keptinis

Am 3. Oktober habe ich mein bisher aufwändigste Bier gebraut: Keptinis

Inspiriert von https://www.hopfenhelden.de/keptinis/ haben mein Mann und ich uns an dieses spannende Brauverfahren aus Litauen gewagt:

  1. Dreimaischverfahren (mein erstes mal Dekoktion)
  2. Treber bei 250°C gebacken
  3. über Heu abgeläutert (ohne kochen)
  4. mit Hopfentee gebittert
  5. bei 27°C angestellt (wird auch in der Gärung gehalten)

Aber der Reihe nach: In dem Bericht steht, dass die Brauer helles Malz verwenden. Daher habe ich mich für eine 100% Pilsner Schüttung entschieden. Caramalze brauchen nicht eingesetzt werden, da ja Dekoktion verwendet wird. Also haben wir das Malz geschrotet, eingemaischt und nach Dreimaischverfahren gemaischt. Danach haben wir das Malz auf ein Backblech gepackt und im Ofen bei 250°C (mehr gibt mein Ofen leider nicht her) über 90 Minuten lang gebacken. In der Zwischenzeit haben wir das Heu in dem Läuterbottich vorbereitet. Normalerweise wird beim Keptinis über Roggenstroh geläutert, jedoch hatte ich keine Ahnung wo man das in der Stadt herbekommen sollte. Also haben wir das mit Kleintierheu vom Drogeriemarkt substituiert. Der gebackene Treber wurde dann in den Läuterbottich gepackt und mit 90°C heißem Wasser aufgegossen. Nach einer Läuterrruhe von 15 Minuten haben wir in den Gäreimer abgeläutert und auf Anstelltemperatur heruntergekühlt. Zwischenzeitlich habe ich einen Hopfentee gekocht (Magnum, der Hopfen spielt keine große Rolle bei dem Bier) und ebenfalls zugegeben. Für die Gärung haben wir eine Kveik-Hefe eingesetzt, da laut Bericht ein Keptinis bei recht hohen Temperaturen vergoren wird. Angestellt wurde bei 27°C, was dann auch über die gesammte Gärdauer gehalten wurde. Die Spindelprobe schmeckt recht stark nach Heu. Für eine 100% Pilsner Schüttung hat das Bier durch das Backen schon eine sehr schöne Farbe bekommen. Mit temperaturbereinigt 13°P sind wir leicht über das Ziel von 12°P rausgeschossen. Abfüllung mit Zucker und Flaschengärung.

Das Keptinis wurde mittlerweile von einer ganzen Reihe Leute getrunken und es hat allen gut geschmeckt. Soweit schon mal gut.

Die meisten beschreiben den Geschmack fruchtig und leicht karamellig. Von anderen Brauern wird häufig eine komplexere Schüttung vermutet (war aber ja 100% Pilsner). Man bescheinigt eine gute Drinkability als Farmhouse Ale, sodass man sich da auch mal einen ganzen Abend dran halten kann.

Den Punkten kann ich soweit auch zustimmen und mir gefällt das Bier auch schon sehr gut. Ich finde, dass man das Heu noch recht gut raus schmeckt, was aber dem Bier meiner Meinung nach nicht schadet, sondern eine tolle Geschmackskomponente ergibt. Muss jetzt mal einen Versuch mit Roggenstroh (ist jetzt geklärt wo man es her bekommt, gibts beim Fressnapf) machen, um zu sehen ob das auch den Geschmack so beeinflusst. Ich würde beim nächsten Mal auch länger backen, um die Malzigkeit noch etwas zu erhöhen, da ich hier mehr erwartet hätte.

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